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Docker und Java – Teil 4: Ein RESTful Web Service mit Spring Boot

Im letzten Teil dieser Serie programmieren wir einen RESTful Web Service mit Spring Boot und stellen diesen über ein Docker-Image zur Verfügung. Dabei stützen wir uns auf den im dritten Teil beschriebenen Build-Prozess.

Spring

Was ist Spring Boot?

Mit Hilfe von Spring Boot können auch komplexe Server-Anwendung als einfaches Java-Archiv ausgebracht und gestartet werden. Dazu werden durch einen ausgefeilten Build-Prozess die Anwendungsklassen zusammen mit allen notwendigen Server-Bibliotheken in ein einziges ausführbares Java-Archiv gepackt.

Der Build-Prozess selbst wird wie üblich mit Hilfe eines Maven-Parents definiert. Dieser wird von der Spring-Community zur Verfügung gestellt.

Benutzen wie dieses POM als Parent für das im 3. Teil der Artikelreihe benutzten Parents, so haben wir den Docker- und den Spring-Boot-Build vereint. Mehr ist tatsächlich nicht zu tun! Im  folgenden ist die vollständige Parent-POM dieser Anwendung gegeben, ergänzt um die (hier noch nicht benutzten) Abhängigkeiten zu Spring Data JPA und einer MySQL-Datenbank.

 

Ein RESTful Web Service

RESTful Web Services werden in Java meistens mit Annotationen realisiert. Dabei wird eine URL auf eine Java-Methodensignatur abgebildet. Dies erfolgt meistens durch Annotationen, entweder mit JAX-RS oder mit den RequestMappings aus Spring-MVC. Im folgenden Beispiel benutzen wir den zweiten Ansatz:

 

Diese Java-Klasse kann aus Eclipse heraus sofort gestartet werden und anschließend beispielsweise mit Hilfe des curl-Kommandos getestet werden:

curl -X GET http://localhost:8080/echo/Hello

Ein Maven-Build des Projekts erzeugt das Java-Archiv bzw. lädt es in das Artefakt-Repository

mvn package
mvn deploy

Ein Aufruf ist dann unter der Angabe des Java-Archivs möglich:
java -jar org.javacream.training.rest.spring.basic-0.1.0.jar

Natürlich kann das Archiv auch unbenannt werden, dann ist der Aufruf noch einfacher:
java -jar app.jar

Wichtig ist hier, dass das gebildete Artefakt alle notwendigen Bibliotheken mitbringt, um den Web Server für die http-Requests zu starten. Das Archiv ist vollständig.

Der Docker-Build

Zum Erstellen des Docker-Images brauchen wir nun nur noch ein Dockerfile! Dessen Inhalt ist aus den vorherigen Ausführungen heraus allerdings schon fast trivial:

  1. Als Basis nehmen wir eine Java-Grundinstallation.
  2. Dann kopieren wir noch das generierte Artefakt und
  3. definieren als EntryPoint den Java-Aufruf.
  4. Eine Port-Mapping oder ein Mounten des Log-Directories des Containers ist selbstverständlich noch möglich.

Der RESTful Web Service wird nun ganz normal gestartet:

docker run --rm javacream:org.javacream.training.rest.spring.basic:0.0.1

und könnte wieder über curl getestet werden.

Soll das Image noch auf das Artefakt-Repository geschoben werden genügt ein

mvn docker:push

Das funktioniert aber natürlich nur, wenn ein eigenes Repository betrieben wird. Aber auch dieses Problem ist bereits gelöst: Nexus und Artefactory unterstützen Docker ganz analog zu Java-Artefakten.

Damit steht das Image anderen Entwicklern, der Test&QS-Abteilung oder den System-Administratoren der Produktionsumgebung zur Verfügung.


Dieser Artikel ist der Abschluss meiner Reihe über „Docker und Java“. Wer mehr über den Einsatz von Java in einer Microservice-Systemarchitektur lesen möchte: Im Frühjahr 2017 erscheint eine Reihe von Artikeln zum Thema „Microservice-Architekturen mit Docker“.


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Lambda Ausdrücke

Web Development – Ein Java-Klassiker bleibt aktuell

Web Development bleibt auch in den Zeiten der App-Programmierung ein aktuelles Thema. Ursprünglich wurden Browser-Anwendungen nach dem MVC2-Pattern unter Benutzung einer serverseitigen View konzipiert. Heutzutage überwiegen jedoch Single Page-Applikationen. Diese nutzen asynchrone AJAX-Aufrufe unter konsequenter Verwendung einer RESTful Architektur. Das führte zu einer Vielzahl an neuen Frameworks und Sprachen. Doch trotz des grundsätzlichen Wandels sind beide Herangehensweisen weiterhin im Spiel.

MVC2 versus REST

MVC2-Anwendungen werden mit JavaServer Faces, einem Bestandteil der Java Enterprise Edition implementiert. Aber auch das proprietären Spring MVC-Framework ist immer noch sehr beliebt. Beide Frameworks sind ausgereift und bieten ein einfaches Programmiermodell mit mächtigem Funktionsumfang.

RESTful Server werden mit JAX-RS programmiert. Diese Bibliothek ist zwar deutlich jünger als JSF, aber auch wesentlich schlanker, da REST bereits durch den http-Standard umgesetzt ist.

Synergien zwischen Java und JavaScript

In Konkurrenz zu JavaScript-Frameworks wie jQuery, Angular, Backbone und React, um nur einige der Neuentwicklungen zu nennen, verlor Java seine Führungsposition im Web Development. Mit Hilfe eines Tricks können Browser-Anwendungen dennoch auch weiterhin mit Java programmiert werden: Ein Source-to-Source-Compiler transcompiliert bzw. transpiliert Java-Logik nach JavaScript. JavaServer Faces definiert AJAX-Aufrufe deklarativ als Bestandteil der Seitendefinition − eine direkte Browser-Programmierung ist unnötig.

Frameworks wie Google Web Toolkit (GWT) oder Vaadin definieren die Client-Oberfläche und den RESTful Server mit Java-Programmen. Der Client-Code wird direkt nach JavaScript transpiliert. Eclipse RCP- und JavaFX-Anwendungen können nach moderaten Anpassungen im Browser ausgeführt werden. Mit ECMA2016 und Java 8 ähneln sich die beiden Programmiersprachen immer mehr. Eine standardisierte Übersetzung von Java direkt nach JavaScript rückt damit in greifbare Nähe.

 

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